Der Bahnhof Springpfuhl bekommt ein Dach mit Photovoltaikanlage

Die Deutsche Bahn hat auf den offenen Brief der Nachbarschaft geantwortet und einen Ausblick auf die Maßnahmen gegeben, die nun geplant sind.

Der offene Brief hat dazu geführt, dass nun erstmals sehr umfangreich die Gründe für die späte Instandsetzung des Daches erläutert wurden. Und, dass die Ausmaße der geplanten Erneuerung etwas klarer werden.

Tatsächlich geht es bei der Erneuerung nicht nur um die Dachdeckerarbeiten, sondern auch die Trägerkonstruktion. Und diese kann während des laufenden Betriebs nicht ohne weiteres ersetzt werden.

Die Maßnahme ist, wie bereits in früheren Beiträgen dargestellt, für das Ende der 2020er Jahre vorgesehen. Besonders interessant ist, dass das neue Dach eine Photovoltaikanlage erhalten soll, Zitat:

„Da mit dem Senat abgestimmt wurde, dass das gesamte neue Dach mit Photovoltaikanlagen ausgestattet und am westlichen Zugangsgebäude ein Gründach geschaffen werden soll, erweist sich das Projekt als äußerst komplex und entsprechend zeitaufwendig.“

Das sind gute Nachrichten für den Standort. Jedoch ist weiterhin sehr ärgerlich, dass bis dahin das Dach einem Schweizer Käse gleicht. Und natürlich gibt es nun weitere Fragen: Wie lang soll die Strecke für die Sanierung gesperrt werden? Wie wird der Ersatzverkehr geregelt und und und. Dazu habe ich der Deutschen Bahn bereits geschrieben und halte dazu weiter auf dem Laufenden.

 

Hier können Sie die komplette Antwort der Deutschen Bahn nachlesen:

Sehr geehrter Herr Grothe,

wir bedanken uns für Ihre Nachricht und Ihr Engagement bezüglich des Bahnhofsdaches am S – Bahnhof Springpfuhl. Wie sich vorstellen können, ist dies nicht die erste Anfrage zum Zustand des Daches und zum weiteren Vorgehen aus dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf, gleichwohl möchten wir Ihnen die Anfrage detailliert und nachvollziehbar wie folgt beantworten.

Die Stützen des Bahnsteigdaches am S-Bahnhof Springpfuhl wiesen im Zuge der turnusmäßigen Bauwerksüberprüfungen Auffälligkeiten im Bodenbereich auf. Im Ergebnis dieser Problematik haben wir uns gezwungenermaßen für den Teilrückbau des Bahnsteigdaches entschieden, um einerseits die Standsicherheit sicherzustellen und andererseits einen ausreichenden Wetterschutz in den weiterhin überdachten Bereichen des Bahnsteigs zu gewährleisten. Die Alternative bestünde im vollständigen Rückbau sowie der Errichtung von Wetterschutzhäusern. Aufgrund der bevorstehenden Dacherneuerung entschieden wir uns jedoch gegen diesen Bauzwischenzustand und führten stattdessen den Teilrückbau durch. Gemäß Richtlinien verfügt der S-Bahnhof Springpfuhl auch nach dem Rückbau über einen ausreichenden Wetterschutz für die Reisenden was sich auch mit unseren Eindrücken vor Ort deckt.

Im Rahmen dieser Arbeiten wurden die grünen Netze unter dem Dach installiert. Diese dienten während den Bauarbeiten dem Arbeitsschutz für die Mitarbeiter, die auf und an dem Dach gearbeitet haben und auch dem Schutz der Reisenden vor herabfallenden Deckenteilen im Rahmen dieser Arbeiten. Die Netze wurden durch eine Fachfirma errichtet, waren ursprünglich auch gegen das Eindringen der Tauben gesichert. Die Netze wurden unter dem kompletten Dach errichtet, da auch über die Bereiche, die nicht zurückgebaut werden sollten, Arbeiter gelaufen sind und auch dort ein Schutz vor Absturz sichergestellt werden musste. Durch die äußeren Umstände wie z.B. Wind und den Versuch der Tauben unter die Netze zu gelangen, haben sich Lücken in der Befestigung ergeben, durch die die Tauben Zugang unter die Netze hatten, dort nisteten und leider auch verendeten. Die Lücken wurden wieder geschlossen, sind aber aus den oben genannten Gründen wieder aufgegangen. Da die Arbeiten auf dem Dach abgeschlossen wurden, somit kein Arbeitsschutz mehr notwendig ist und auch keine Teile drohen durch die Bauarbeiten auf den Bahnsteig zu fallen, sind die Netze obsolet geworden. Das Verenden der Tauben bedauern wir ausdrücklich. Im Abwägungsprozess des oben beschriebenen Vorhabens galt es eine Abwägung zwischen dem Arbeitsschutz und dem Tierschutz zu treffen, in dessen Ergebnis wir guten Gewissens die Netze errichtet haben. Dass die Netze dauerhaft den Arbeitsschutz gesichert haben aber leider im Ergebnis der Öffnung der Netze das Tierwohl gefährdet haben, war für uns nicht absehbar und wurde behoben.

Eine Sanierung des Daches und der Stützen unterhalb des „rollenden Rads“ ist nicht durchführbar, da hierbei der gesamte Bahnsteig aufgerissen und erneuert werden müsste. Zudem wäre eine temporäre Beleuchtung herzustellen. Durch den ausreichenden Wetterschutz auch nach dem Teilrückbau des Daches haben wir auf die teure und kapazitätseinschränkte Errichtung von zusätzlichen Wetterschutzhäusern verzichtet. Infolgedessen wurde ein Projekt zur Grunderneuerung der Verkehrsstation, einschließlich der Dachstützen und der Dachhaut, offiziell angemeldet. Die Umsetzung soll Ende der 2020er Jahre oder Anfang der 2030er Jahre stattfinden. Wir befinden uns derzeit in Abstimmung mit dem Baubereich, um zu prüfen, ob die Grunderneuerung zeitlich deutlich vorverlegt werden kann. Wir werden uns intensiv für einen Vorzug dieser Maßnahme einsetzen.

Da mit dem Senat abgestimmt wurde, dass das gesamte neue Dach mit Photovoltaikanlagen ausgestattet und am westlichen Zugangsgebäude ein Gründach geschaffen werden soll, erweist sich das Projekt als äußerst komplex und entsprechend zeitaufwendig. Dennoch setzen wir alles daran, die Umsetzung zeitnah zu realisieren.  

Sehr geehrter Herr Grote, ich bin mir bewusst, dass dies nicht die Antwort auf den offenen Brief ist, die Sie sich gewünscht haben. Dennoch stellt es unter den oben beschriebenen Abwägungen und Vorläufen den Sachstand dar.  

Wir hoffen, wir konnten dennoch Ihre Fragen zu unserem Bahnhof beantworten und helfen Ihnen bei weiteren Fragen gern weiter.

Mit freundlichen Grüßen

Leiter Produktionsvorbereitung und -steuerung (V.IO-O-BRS-P),

Stellvertretender Leiter Bahnhofsmanagement Berlin Regional- und S-Bahnhöfe (V.IO-O-BRS)

 

veröffentlicht am 04.05.2026