Ratgeber für E-Autos im Bezirk

Die Zulassungszahlen von E-Autos sind durch die vollkommen überhöhten Spritpreise durch die Decke gegangen und das ist kein Wunder. Während die Merz-Regierung den Kopf in den Sand steckt, haben viele längst verstanden, dass Energieunabhängigkeit sich auszahlt.

Und weil es so viele gibt, die nun zum ersten Mal in den Genuss eines entsprechenden Fahrzeuges kommen, habe ich einen Artikel geschrieben und darin alle Punkte zusammengefasst, die helfen, im Bezirk günstig das Fahrzeug zu laden. Und welche weiteren Kniffe es zu beachten gilt:

Ladesäulen finden

Viele E-Auto Anbieter haben eigene Apps in denen eine Karte mit Ladesäulen bereits integriert ist. Aber auch dieses Angebot der Senatsverwaltung eignet sich, um Ladesäulen zu finden. Außerdem gibt es zahlreiche Apps, wie Plugsurfing oder AirElectric.

Der Standardfall: Laden an Ladesäulen der Stadtwerke

Die Berliner Stadtwerke (und Ubitricity) haben die meisten Ladepunkte im Bezirk. Sie sind überall in den Nachbarschaften verteilt und bieten 11 und 22 KW an. Die Berliner Stadtwerke sind eine 100% Tochter der Berliner Wasserbetriebe und somit ein kommunales Unternehmen. Sie bieten keine eigene Ladekarte an. An den Schnelladern der Stadtwerke bezahlt man aktuell 0,65 €/kWh und an den AC Ladern (11 und 22 KW) 0,55 €/kWh. Günstiger wird es mit der Ladekarte der Münchener Stadtwerke. Dazu hier mehr:

Welche Ladekarte ist die günstigste?

Diese Frage kann man sich an jeder Ladesäule neu stellen. Welche Karte die günstigste ist, lässt sich einfach mit der App Ladefuchs herausfinden. Aktuell ist an den Säulen der Berliner Stadtwerke die Ladekarte der Münchener Stadtwerke die günstigste. So bezahlt man für das AC Laden mit 11 und 22 KW statt 55 ct nur 49 ct. Das lohnt sich. Zur App im App-Store. Zur App im Google-Play Store.

Beim Laden an Supermärkten sparen

Bei Lidl kann man das Auto während des Einkaufs mit der Lidl Plus App für besonders günstige 29 ct je kW/h AC laden. Der Schnellader, den es häufig dort auch gibt, ist etwas teurer. Zur App im App-Store. Zur App im Google-Play Store.

Beim Laden in Parkzonen Parkgebühren sparen

In Friedrichshain, Mitte und dem Prenzlauer Berg gibt es viele Parkzonen, in denen das kostenpflichtiges Parken gar nicht so günstig ist. Günstig wird es dann, wenn man das Elektroauto in der Zeit an einer öffentlichen Ladesäule lädt. Denn dann muss man während des Ladevorgangs kein Parkticket lösen und lädt zu einem häufig günstigeren Preis das Fahrzeug auf, als man für das Parkticket ausgeben würde. Das lohnt sich also doppelt.

An Laternenladern akkuschonend laden

Die vielen Laternenlader im Bezirk werden von Ubitricity betrieben, einem Tochterunternehmen von Shell. Die Anzahl dieser 3,7 KW starken Ladepunkte ist deutschlandweit einmalig. Sie wurden im Rahmen eines Pilotprojektes installiert und sollen vor allem für das langsame Laden über Nacht fungieren und sind besonders akkuschonend.

Wenn es mal schnell gehen muss

Im Bezirk gibt es zahlreiche Schnelladeparks. Erst kürzlich wurden neue Tesla Supercharger vor den Kaufhäusern Märkische Spitze in Betrieb genommen, an denen auch Fahrzeuge anderer Marken laden können. Und auch vor anderen Bau- und Supermärkten gibt es Säulen von EnBW und Co. Hier kann an einigen Standorten mit bis zu 300 KW geladen werden. Optimal, wenn man es eilig hat. Die Standorte lassen sich über viele Apps finden. Entsprechende Karten gibt es viele. Für die Schnellader am Biesdorf-Center von Greenman Energy ist der Ad-Hoc Preis sehr teuer. Hier lohnt sich eine Ladekarte von EweGo. Zur App im App-Store. Zur App im Google-Play Store.

Ohne Ladekarte günstige Preise finden

Wer keine Ladekarte besitzt, kann günstige Preise (ab 50 KW) in der AdHoc-Map finden. Das ist eine App, die eigens dazu entwickelt wurde, nur die Ladesäulen anzuzeigen, die ohne Ladekarte gute Preise anbieten. Hier geht es zur App im App-Store. Und hier zur App im Google-Play Store.

Eine längere Autobahnstrecke clever planen

Wenn man eine längere Strecke vor sich hat und besorgt ist, ob die Reichweite ausreicht; man wissen will, wann günstige Zeitpunkte zum Laden sind, dann lohnt sich ein Blick auf die App ARBP. Darin lassen sich auch Präferenzen für die Anbieter der Ladesäulen einstellen, welches Fahrzeug man nutzt und mit welchem Ladestand man startet. Zur App im App-Store. Zur App im Google-Play Store.

Als Betrieb Förderung bekommen

Das Land Berlin fördert über das Programm „Wirtschaftsnahe Elektromobilität“ (WELMO) die Elektrifizierung von gewerblichen Flotten sowie Ladeeinrichtungen auf betrieblichen Grundstücken. Seit Mitte 2025 werden auch Wohnungsunternehmen bei der Ladeinfrastruktur auf Stellplätzen unterstützt. Zur Förderung

Das muss noch passieren

Ganz Klar: die Ad-Hoc Preise müssen günstiger werden und als Kunde der Berliner Stadtwerke sollte man von günstigeren Preisen profitieren. Es ist schlicht sozial ungerecht, wenn man als Bewohner eines Mehrfamilienhäusers für eine Ladung deutlich mehr bezahlen muss, als Besitzer von Einfamilienhäusern, die den „günstigen“ Preis aus der Steckdose beziehen. Hier gibt es noch Handlungsbedarf an den vom Land Berlin betriebenen öffentlichen Ladesäulen.

Ich setze mich für mehr Preistransparenz an E-Ladesäulen in Berlin ein.

 

veröffentlicht am 04.05.2026