Ente im Teich

Enten füttern ist keine gute Idee – Hinweisschilder sollen darauf hinweisen

Vor zwei Jahren wurde auf die Initiative von Bündnis 90/Die Grünen ein Antrag beschlossen, mit dem Ziel an allen bezirklichen Gewässern Hinweisschilder aufzustellen, die über die negativen Auswirkungen des Fütterns der Enten informieren. Jetzt habe ich mich zu der Umsetzung erkundigt, weil die Schilder immer noch auf sich warten lassen.

Das Füttern von Enten mag auf den ersten Blick harmlos oder sogar freundlich erscheinen, hat aber tatsächlich negative Auswirkungen auf die Enten und ihre Umgebung. Um nur einige Gründe zu nennen:

Wenn Enten von Menschen gefüttert werden, neigen sie dazu, ungesunde Lebensmittel wie Brot, Chips oder Kekse zu erhalten. Diese Nahrungsmittel sind nicht Teil ihrer natürlichen Ernährung und können zu gesundheitlichen Problemen wie Fettleibigkeit, Mangelernährung und Verdauungsstörungen führen.

Durch regelmäßiges Füttern gewöhnen sich Enten an die menschliche Präsenz und werden davon abhängig. Sie verlieren ihre natürliche Fähigkeit, selbst Nahrung zu suchen und zu finden. Dies kann zu einem Ungleichgewicht in ihrer Nahrungskette führen und ihre Überlebensfähigkeit in der Wildnis beeinträchtigen.

wilde EnteDas ständige Füttern von Enten führt dazu, dass sie ihr Verhalten ändern. Sie werden zunehmend zutraulicher und verlieren ihre natürliche Scheu vor Menschen. Dadurch werden sie anfälliger für Gefahren wie Räuber oder Verletzungen durch unvorsichtige Besucher.

Das Füttern von Enten kann zu einer übermäßigen Ansammlung von Entenpopulationen an bestimmten Orten führen. Dadurch wird der Bereich mit Kot und anderen Abfällen der Enten verschmutzt, was die Wasserqualität verschlechtert und negative Auswirkungen auf andere Wasservögel und das Ökosystem insgesamt haben kann.

Wenn Enten künstlich gefüttert werden, konkurrieren sie untereinander um das Futter. Dies kann zu aggressivem Verhalten führen und schwächere oder jüngere Enten benachteiligen. Es kann auch dazu führen, dass andere Wasservögel und Tiere, die von denselben Ressourcen abhängig sind, wie zum Beispiel Fische oder andere Vögel, benachteiligt werden.

Wildtiere, wie Enten, leben am besten in ihrer natürlichen Umgebung, wenn sie sich mit natürlichen Nahrungsquellen ernähren. Dazu ist es wichtig, dass wir den natürlichen Lebensraum respektieren

Die genauen Fragen und Antworten können Sie hier nachlesen:

Frage 1: Wie schätzt das Bezirksamt die Wirkung von privaten Wildtierfütterungen für die Situation der Tierwelt und der Gewässer ein?

Die private Wildtierfütterung an Gewässern ist insbesondere für Wasservögel ökologisch überflüssig und kann mit diversen nachteiligen Auswirkungen bzw. Gefahrenpotenzialen einhergehen:

Die Fütterung führt zu Verhaltensänderungen (Prägung auf den Menschen und Verlust der natürlichen Scheu) und es wird angenommen, dass ihre natürliche Selektion gestört wird. Zudem suchen (regelmäßig) gefütterte Wasservögel (z.B. Schwäne, Stockenten etc.) aktiv die Nähe von Menschen und können dadurch in gefährliche Situationen geraten.

Verschmutzungen infolge von Vogelansammlungen, hierbei können potenzielle Übertragungen von Krankheitserregern im Kot auf den Menschen nicht ausgeschlossen werden.

Förderung von Hygieneproblematiken (Begünstigung des Auftretens von bakteriellen Infektionen, Botulismus-Ausbrüchen von Wildvögeln) und Ratten, welche als Prädatoren von Wildvogel-Gelegen und Jungvögeln auftreten. Darüber hinaus werden die Gewässer durch die zusätzliche stoffliche Belastung nachteilig beeinträchtigt.

Aufgrund der fehlenden Notwendigkeit (Wildtiere finden entsprechend ihrer Artspezifik und Nahrungsweise alleine ihre Nahrung in der Stadtnatur/Umwelt) und negativen bzw. konfliktreichen Folgen der Fütterung für Wasservögel, Rabenvögeln oder Stadttauben sollte von privaten Wildtierfütterungen grundsätzlich abgesehen werden.

Frage 2: Welche Schritte hat das Bezirksamt bereits unternommen und welche Schritte plant das Bezirksamt um die Fütterung von Ratten, Enten und Tauben entgegenzuwirken?

Im Rahmen des Stadt-Natur-Ranger Projektes (gefördert durch die entsprechende Senatsverwaltung, SenMVKU) erfolgen im Bezirk unter Abstimmung mit dem Fachbereich Naturschutz anlassbezogene Bürgeransprachen und das Verteilen von Informationsflyern, mit dem Titel: “Füttern? Bitte nicht!”.

Außerdem unterstützt die untere Naturschutzbehörde, speziell der Sachbereich Artenschutz beratend auf Grundlage der fachlichen und wissenschaftlichen Erkenntnisse bei entsprechenden Anfragen und Beschwerden. Weiterhin soll auf der Internetseite des Umwelt- und Naturschutzamtes auf einschlägige Informationsflyer hingewiesen werden und es ist vorgesehen entsprechende Beiträge im Rahmen einer Rubrik “Häufig gestellte Fragen (FAQs)” für die Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung zu stellen.

Frage 3: Wie ist der Umsetzungsstand der Drucksache 2317/VIII mit dem Betreff „Enten füttern“?

Es ist vorgesehen in u.a. Abstimmung mit dem Straßen- und Grünflächenamt (ggf. unterstützt durch das Stadt-Natur-Ranger-Projekt) Hinweis-Schilder auf bezirklichen Flächen an bekannten Schwerpunktbereichen (Gewässer) entsprechend einer Priorisierung anzubringen.

 

veröffentlicht am 01.07.2023